StoffR – Zeitschrift für Stoffrecht - Zeitschriften Logo StoffR
  • Erscheinungsweise vierteljährlich
  • ca. 48 Seiten
  • ISSN 1613-3919
  • eISSN 2190-815X
  • Sprache: Deutsch

StoffR – Zeitschrift für Stoffrecht

StoffR 1/2026 jetzt verfügbar

David Biskup, Julia Meggyes und Wolfgang Quednau erläutern in ihrem Aufsatz über die Regulierung per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen (PFAS) in Textilien die Wechselwirkungen zwischen chemischer Analytik und rechtlicher Umsetzung und zeigen, dass unbestimmte Rechtsbegriffe, uneinheitliche Grenzwertlogiken und methodisch bedingte Messunsicherheiten erhebliche Vollzugs- und Compliance-Risiken verursachen. Der Beitrag plädiert für präzisere Legaldefinitionen, harmonisierte Prüf- und Bewertungsmaßstäbe sowie einen konsolidierten, vollzugstauglichen Regulierungsansatz, etwa auf Basis des Gesamtfluorgehalts.

 

Maximilian Mnich und Hannes Heidorn analysieren in ihrem Aufsatz zur Novellierung der Entwaldungsverordnung (EU) 2023/1115 sodann, warum die ursprüngliche Fassung sich in der Praxis als Bürokratiemonster entpuppt hat, die nun erfolgte Überarbeitung zu spät kommt und unzureichend ist, um den bereits angerichteten Schaden bei den betroffenen Unternehmen zu beheben oder die entstandenen Probleme wirklich zu lösen.

 

Der Beitrag von Salomo Ortega Sawal und Carsten Bringmann untersucht die Novellierung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes, mit dem der Bundesgesetzgeber eine regulatorische Replik auf den zunehmenden Missbrauch von Distickstoffmonoxid – bekannt als Lachgas – sowie von Gamma-Butyrolacton und 1,4-Butandiol – bekannt als sog. K.O.-Tropfen – normativ abbildet. Im Mittelpunkt stehen dabei die nähere Einordnung der Regelungsarchitektur des Gesetzes durch die Einführung einer neuen substanzbezogenen Anlage 2 zur Erweiterung der rechtlichen Definition neuer psychoaktiver Stoffe, die verwaltungs- und strafrechtliche Systematik sowie kompetenzrechtliche Fragen im Verhältnis zu föderalen wie kommunalen Regelungen. Zudem werden die praktischen Auswirkungen und rechtlichen Herausforderungen für Unternehmen beleuchtet sowie erste Handlungsempfehlungen gegeben.

 

Christian Kropf und Stéphanie Samartin beschreiben ergänzend dazu die Vollzugsschwierigkeiten, welche sich aus den Bemühungen ergeben, dem Missbrauch von Lachgas zu Rauschzwecken mit den unzureichenden Mitteln des Chemikalienrechts in den Ländern zu begegnen, die keine spezifischen Bestimmungen (wie das novellierte Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz) erlassen haben.

 

Auch sehr bezeichnend sind die von Mathias Priewer, Nicolas Sebastian Klasen und Hanna Knaut festgestellten, gravierenden Ahndungslücken im Chemikaliensanktionsrecht aufgrund gesetzgeberischer Verweisung „ins Leere“ durch sog. Blankettnormen, wodurch Verstöße gegen weite Teile des EU-Chemikalienrechts aus der Zeit vor dem 18.1.2025 nicht mehr als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden können.

 

Die wesentlichen Inhalte des neuen Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG), welches der Umsetzung der Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit (GPSR) dient, werden von Carsten Schucht detailliert und kenntnisreich vorgestellt, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Neuerungen und die Folgen für die betroffene Wirtschaft gelegt wird.

 

Der Aufsatz von Teresa Bernheim und Henning Krüger zur beabsichtigten Anpassung der Datenschutzregelungen im Biozidrecht beleuchtet die verschiedenen Probleme, die entstehen können, wenn sich der Gesetzgeber nicht rechtzeitig mit bereits lange bekannten Regelungslücken befasst, diese dann nur unzureichend schließt und dabei die mannigfachen Umsetzungsprobleme auf Unternehmen und die zu befassenden Gerichte ablädt.

 

Angesichts der vielen regulatorischen Anforderungen bedienen sich Unternehmen vermehrt digitaler Hilfsmittel, wie z. B. Materialdatensysteme zur Umsetzung von Material-Compliance-Regelwerken. Den entsprechenden Anforderungen sowie der richtigen Auswahl und Einbindung solcher Systeme im Unternehmen widmet sich der Beitrag von Stefan Nieser, der deutlich macht, dass die bestehenden Systeme häufig unzureichend sind, um eine hinreichend konforme Umsetzung zu belegen.

 

Eine umfangreiche Rechtsprechungsübersicht, aktuelle Veranstaltungshinweise sowie eine kurze Literaturübersicht runden das Heft ab.


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Über StoffR – Zeitschrift für Stoffrecht

Seit 2004 setzt sich die Zeitschrift für Stoffrecht (StoffR) mit dem vielschichtigen Rechtsgebiet des Stoff- und Chemikalienrechts auseinander – vom Biozidrecht über das Pflanzenschutzmittelrecht, Lebens- und Futtermittelrecht, Arzneimittelrecht bis hin zum Kosmetikrecht und dem bedeutenden Thema REACH.

Herausgeberschaft der StoffR

Teresa Bernheim, Lanxess Deutschland GmbH, Köln
Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Richter des Bundesverfassungsgerichts a. D., Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
Prof. Dr. Kristian Fischer, Rechtsanwalt, SZA Schilling, Zutt & Anschütz, Universität Mannheim
Dr. Jürgen Fluck, Rechtsanwalt, SZA Schilling, Zutt & Anschütz, Mannheim
Prof. Dr. Ulrich M. Gassner, Universität Augsburg
Dr. Arun Kapoor, Rechtsanwalt, Noerr, München
Dr. Dag Kappes
, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Bundesamt für Gesundheit (BAG), Bern
Dr. Alexander Koof, KOOF Rechtsanwälte PartmbB, Linnich
Ulrike Kowalski, European Chemicals Agency (ECHA), Helsinki
Henning Krüger, ChemLAW, Dortmund
Prof. Dr. Tobias Lenz, Rechtsanwalt, Friedrich Graf von Westphalen & Partner, Rheinische Fachhochschule, Köln
Prof. Andreas Meisterernst, Rechtsanwalt, Meisterernst Rechtsanwälte, München
Jürgen Pauly, Rechtsanwalt, HammPartner Rechtsanwälte, Frankfurt am Main
Prof. Dr. Kai P. Purnhagen, LL.M., Universität Bayreuth
Dr. Michael Ramb, LL.M., Freshfields, Bruckhaus, Deringer LLP, Berlin
Dr. Michael Raupach, Rechtsanwalt, BASF AG, Ludwigshafen
Hartmut Scheidmann, Redeker Sellner Dahs, Berlin
Dr. Christian Stallberg, LL.M., Rechtsanwalt, NOVACOS Rechtsanwälte, Düsseldorf
Prof. Dr. Clemens Weidemann, MELCHERS Rechtsanwälte, Heidelberg

Redaktion

Dr. Christine Hausmann
[email protected]

Inhalte und Schwerpunkte der StoffR

Die Zeitschrift für Stoffrecht (StoffR) lässt Raum für Diskussionen zu einer komplexen und stets aktuellen Rechtsprechung, die unter anderem folgende Themenbereiche einschließen:

  • Chemikalienrecht
  • Lebensmittelrecht
  • Futtermittelrecht
  • Arzneimittelrecht
  • Pflanzenschutzmittelrecht
  • Biozidrecht
  • Verbraucherschutz

Bitte beachten Sie unsere Autorenhinweise.

Zielgruppe der StoffR

Die Beiträge richten sich in erster Linie an das Fachpublikum aus den betroffenen Industriezweigen und Behörden sowie an spezialisierte Rechtsanwälte und Berater. Die wissenschaftliche Herangehensweise macht die „StoffR“ zudem zu einem interessanten akademischen Forum für Lehre und Forschung.

Struktur der StoffR

Die Produzenten- und Produkthaftung nimmt innerhalb des Verbraucherschutzes eine wichtige Position ein. Regelmäßig werden die aktuellen Entwicklungen in Bezug auf REACH und die daraus entstehenden Rechtsfragen für Industrie und Unternehmen beleuchtet. Neben den nationalen Belangen finden auch die grenzüberschreitenden Entwicklungen Beachtung. Zwar steht durchaus der juristische Blickwinkel im Vordergrund, doch die StoffR erachtet auch den praktischen Bezug als bedeutend. Neben den Fachbeiträgen sind daher auch Praxishinweise/Anmerkungen zu Urteilen und Beschlüssen sowie Rezensionen erwünscht.

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Terminplan 2026

Ausgabe Anzeigenschluss Erscheinungstermin
StoffR 1/2026 30.01.2026 27.03.2026
StoffR 2/2026 29.05.2026 26.06.2026
StoffR 3/2026 28.08.2026 25.09.2026
StoffR 4/2026 20.11.2026 18.12.2026

(Änderungen vorbehalten.)

Für Autoren

Terminplan 2025

Veranstaltungen | REACH, Lebensmittel- und Pharmarecht

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