- Erscheinungsweise vierteljährlich
- ca. 48 Seiten
- ISSN 1613-3919
- eISSN 2190-815X
- Sprache: Deutsch
StoffR – Zeitschrift für Stoffrecht
StoffR 2/2026 jetzt verfügbar
Den Auftakt bildet der Beitrag von Christian Koenig und Alexander Koof zu den unionsrechtlichen Anforderungen an mitgliedstaatliche Risikominderungsmaßnahmen nach Art. 36 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009. Die Autoren befassen sich mit einer grundlegenden Frage des europäischen Pflanzenschutzmittelrechts: Unter welchen Voraussetzungen dürfen Mitgliedstaaten von den Ergebnissen eines unionsrechtlich harmonisierten Zulassungsverfahrens abweichen und eigene Risikominderungsmaßnahmen festlegen? Die Untersuchung berührt damit zentrale Themen des europäischen Binnenmarktrechts, insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen Harmonisierung und nationalem Handlungsspielraum.
Vanessa Homann analysiert sodann die neue Verordnung (EU) 2025/2365 über die Vermeidung der Freisetzung von Kunststoffgranulat. Die Verordnung verfolgt das Ziel, Mikroplastikeinträge entlang der Lieferkette zu reduzieren, und etabliert hierfür ein eigenständiges unionsweites Regelungssystem mit umfangreichen Organisations-, Dokumentations- und Kontrollpflichten. Der Beitrag verdeutlicht exemplarisch, wie die Europäische Union zunehmend auf präventive Regulierungsansätze setzt, um Umweltbelastungen bereits an ihrer Quelle zu vermeiden.
Ebenfalls im Kontext aktueller Umwelt- und Nachhaltigkeitsregulierung steht der Beitrag von Martin Engelmann und Fang Luan zu den PFAS-Grenzwerten der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR). PFAS zählen seit Jahren zu den besonders intensiv diskutierten Stoffgruppen im europäischen Chemikalienrecht. Die Autoren zeigen die neuen regulatorischen Anforderungen für Lebensmittelverpackungen auf und befassen sich insbesondere mit deren praktischer Umsetzung. Damit greift der Beitrag ein Thema auf, das für zahlreiche Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette erhebliche praktische Bedeutung besitzt.
Dass regulatorische Dynamik keineswegs auf das klassische Chemikalienrecht beschränkt ist, zeigt der Beitrag von Marion A. Gebhart. Die Autorin beleuchtet aktuelle Entwicklungen im europäischen Zusatzstoffrecht und ordnet diese in das Spannungsfeld zwischen technologischer Innovation, Sicherheitsanforderungen und Verbraucherwahrnehmung ein. Der Beitrag macht deutlich, dass moderne Regulierung heute nicht allein auf die wissenschaftliche Risikobewertung abstellt, sondern zunehmend auch Transparenz- und Kommunikationsaspekte berücksichtigt.
Eine besondere Aktualität besitzt schließlich der Beitrag von Florian Niermeier zum neuen Produkthaftungsgesetz. Er gibt einen Überblick über die wesentlichen materiell-rechtlichen und verfahrensrechtlichen Neuerungen und zeigt auf, welche Konsequenzen sich daraus für die Praxis ergeben können.
Isabel Jakobs rezensiert abschließend die Dissertation von Diana Janzen zu den Rechtsproblemen der Lebendgewebespende zur Herstellung transplantierbarer Organoide, Organteile und künstlicher Organe. Diese Arbeit widmet sich einem hochinnovativen Forschungsfeld an der Schnittstelle von Medizin, Biotechnologie und Recht und zeigt exemplarisch, wie neue technologische Entwicklungen bestehende regulatorische Konzepte herausfordern.
Eine umfangreiche Rechtsprechungsübersicht, aktuelle Veranstaltungshinweise sowie eine kurze Literaturübersicht runden das Heft ab.
Alle Beiträge der aktuellen Ausgabe sehen Sie hier.
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